Ein 32-Quadratmeter-Studio in Köln erhielt eine halbtransparente Schiebewand aus Polycarbonat. Tagsüber trennt sie Schreibtisch und Couch, leitet Licht zum Kochbereich und dämpft Tastaturklackern. Abends parkt sie bündig, und der Raum wird offen für Freunde. Eine zweite, textile Lage sichert Schlafruhe, wenn Nachbarn feiern. Die Bewohnerin berichtet, dass sie sich seitdem weniger eingeengt fühlt, obwohl nichts hinzugebaut wurde – nur Bewegungen wurden klug inszeniert.
Ein leichter Akustikvorhang auf Deckenlauf macht den Esstisch zum konzentrierten Arbeitsplatz. Ein schmaler Kabelkanal mit Schnellkupplung verschwindet hinter einem Holzpaneel, und die Kamera sieht ordentliche Hintergründe. Nach Feierabend wandert alles in eine Nische, die Vorhänge fahren zur Seite, Kerzen an – und das Zimmer ist wieder privat. Der Wechsel dauert weniger als zwei Minuten, doch mental ist er Gold wert: Arbeit bleibt greifbar, aber nicht allgegenwärtig.
Mit Kindern ändern sich Bedürfnisse schnell. Eine robuste Schiebewand im Kinderzimmer schafft Schlafbereich und Spielzone, die am Wochenende zur Bewegungsfläche verschmelzen. In der Wohnküche isoliert ein gefaltetes Filzfeld die laute Spülmaschine beim Abendritual. Später wird daraus eine Homeschool-Ecke, ohne Wände neu zu streichen. Statt alle zwei Jahre umzubauen, verstellst du Module, passt Höhen an und tauschst Texturen – Ordnung entsteht spielerisch, ohne Streit um Raum.